Go/No-Go bei Bausubmissionen: So entscheiden Sie datenbasiert
- 26. März
- 3 Min. Lesezeit
Warum die meisten Go/No-Go-Entscheide auf Bauchgefühl basieren
Die Mehrheit der Schweizer Bauunternehmen entscheidet innerhalb weniger Minuten, ob sie an einer Ausschreibung teilnehmen. Grundlage ist selten eine systematische Analyse, sondern ein Blick auf Projektname, Bauherr und Region.
Das hat nachvollziehbare Gründe. Eine typische Ausschreibung umfasst 200 bis über 5'000 Seiten. Allein das Sichten dauert Stunden. Gleichzeitig laufen mehrere Ausschreibungen parallel. Ein Fachbereich mit 20 Mitarbeitenden nimmt an bis zu 25 Submissionen gleichzeitig teil.
Die Konsequenz: Der Go/No-Go-Entscheid fällt, bevor die Unterlagen überhaupt gelesen wurden.

Was kostet ein falsches Go?
Ein falsches Go bindet Ressourcen für ein Projekt, das von Anfang an nicht gepasst hätte.
Konkretes Szenario: Ein mittelgrosses Bauunternehmen investiert 26 Stunden oder mehr in Dokumentenanalyse, Kalkulation und Angebotserstellung. Bei einer Zuschlagsquote unter 10% bedeutet das: Neun von zehn Angeboten sind wirtschaftlich betrachtet verlorene Arbeitszeit.
Noch teurer wird es, wenn das falsche Projekt gewonnen wird. Ein Projekt, das nicht zur eigenen Kapazität oder Erfahrung passt, bindet unerwartete Ressourcen und drückt die Marge.
Die Kosten eines falschen Go bestehen aus verlorener Kalkulationszeit erfahrener Fachleute, Opportunitätskosten durch verpasste passende Projekte, Kapazitätsbindung bei Grossprojekten und Margenrisiken durch versteckte Vertragsklauseln.
Welche Kriterien gehören in eine datenbasierte Go/No-Go-Bewertung?
Ein strukturierter Go/No-Go-Prozess bewertet eine Ausschreibung anhand von messbaren Kriterien, bevor Kalkulationsressourcen gebunden werden. Sechs Kategorien ergeben gemeinsam ein klares Bild.
1. Projektgrösse
Passt das Projektvolumen zum Unternehmen? Ein Betrieb mit 130 Mitarbeitenden hat eine andere Kapazitätsgrenze als einer mit 1'700.
2. Region und Erreichbarkeit
Viele Unternehmen definieren einen maximalen Radius für ihre Baustellen.
3. Leistungsumfang und Projekttyp
Hochbau, Tiefbau, Infrastruktur, Spezialbau: Der Abgleich mit dem eigenen Leistungsprofil verhindert, dass man sich in fachfremde Projekte verrennt.
4. Referenzprojekte
Wer keine passenden Referenzen vorweisen kann, investiert Kalkulationszeit in ein Angebot, das an den Eignungskriterien scheitern wird.
5. Zertifizierungen und Nachweise
Fehlende Zertifikate sind ein sofortiges No-Go. Trotzdem wird das oft erst spät im Prozess erkannt, weil die Anforderungen tief in den Unterlagen stecken.
6. Personalkapazität und Schlüsselpersonen
Sind Bauleiter, Poliere und Spezialisten im geforderten Zeitraum einsetzbar?
Wie sieht ein strukturierter Go/No-Go-Prozess in der Praxis aus?
Ein datenbasierter Go/No-Go-Prozess ersetzt das Bauchgefühl nicht. Er liefert dem Bauchgefühl eine fundierte Grundlage. In der Praxis funktioniert das in vier Schritten.
Schritt 1: Ausschreibung erfassen. Die Unterlagen werden zentral abgelegt. Statt alle Dokumente einzeln zu öffnen, entsteht eine strukturierte Übersicht: Bauherr, Planer, Standort, Abgabetermin, Projekttyp.
Schritt 2: Automatische Erstbewertung. Die Ausschreibung wird gegen das Firmenprofil abgeglichen: Projektgrösse, Region, Leistungsumfang, Zertifikate, Referenzprojekte.
Schritt 3: Risikobewertung. Die Vertragsunterlagen werden auf kritische Klauseln geprüft. Abweichungen von den Branchenstandards? Versteckte Konventionalstrafen? Unübliche Fristen?
Schritt 4: Entscheid im Team. Nicht als Bauchgefühl-Diskussion, sondern auf Basis konkreter Daten: Passt das Projekt? Wo sind die Risiken? Haben wir die Kapazität?
Dieser Prozess dauert Minuten, nicht Stunden.
Wie KI den Go/No-Go-Prozess datengestützt macht
Bei Ausschreibungen mit Hunderten von Dokumenten stösst auch ein strukturierter manueller Prozess an Grenzen. Hier setzt KI-gestützte Dokumentenintelligenz an.
Scait analysiert sämtliche Ausschreibungsunterlagen automatisch und gleicht sie mit dem hinterlegten Firmenprofil ab. Das Ergebnis ist ein Go/No-Go-Cockpit, das auf einen Blick zeigt, ob Projektgrösse, Region, Leistungsumfang, Referenzen, Zertifizierungen und Kapazität zum Unternehmen passen.
„Scait findet Risiken, die selbst erfahrene Kalkulatoren überlesen haben." (Geschäftsführer, Schweizer GU)
Der Abgleich passiert in Minuten. Und er basiert auf den tatsächlichen Inhalten der Ausschreibung, nicht auf einer oberflächlichen Einschätzung.
Entscheidend bleibt: Die KI-Plattform liefert die Fakten. Den Entscheid trifft das Team.
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FAQ: Go/No-Go bei Bausubmissionen
Wie viele Kriterien sollte ein Go/No-Go-Prozess umfassen?
Sechs bis acht Kernkriterien sind ideal: Projektgrösse, Region, Leistungsumfang, Referenzen, Zertifizierungen und Kapazität. Mehr macht den Prozess schwerfällig, weniger lässt zu viel Spielraum.
Lohnt sich das auch für kleinere Bauunternehmen?
Gerade für kleinere. Wer mit 130 Mitarbeitenden an 15 Ausschreibungen gleichzeitig arbeitet, hat noch weniger Reserven für falsche Entscheide.
Kann KI den Entscheid vollständig automatisieren?
Nein, und das sollte sie nicht. Die KI liefert die Datengrundlage. Den Entscheid trifft das Team. Erfahrung und strategische Überlegungen lassen sich nicht automatisieren.


